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John-Boy zieht ein  

 

Nun möchte ich mich mal vorstellen. Ich bin am 13. Mai 2006 geboren und bin ein reinrassiger Yorkie und

lebte seit meiner 8. Lebenwoche mit meinen Geschwistern im Tierheim.

Es war eine lange Fahrt vom Tierheim in Thüringen bis in mein neues Zuhause im Sauerland.

Am Ende der Fahrt entschloss sich meine neue Mutti, den kleinsten und erbärmlichsten, also mich,

 zu nehmen. 

 

Die ganze Fahrt über habe ich mich vorbildlich verhalten, habe kein Pipi in die Transportbox gemacht,

auch kein großes Geschäft. Als ich dann in meine neue Wohnung kam, da staunte ich nicht schlecht,

habe mir sofort die Couch ausgesucht und mein großes Geschäft erledigt.Anschließend bin ich durch die

Wohnung gegangen, habe alles angesehen und dann überall Pipi hingemacht. Mutti lief etwas genervt

mit Zewa und Glasi hinter mir her.

 

Dann gab es endlich was auf die Gabel, das heißt, Mutti sagte: " Die Umstellung auf das neue Futter müsse

ganz langsam erfolgen ".Ich bekam einen Esslöffel Nassfutter auf meinen Teller, den ich innerhalb von

Sekunden leerfrass. Dann sollte es mit dem Trockenfutter aus dem Tierheim weitergehen, aber da habe

ich sofort gestreikt.

Mutti meinte: " Wir können den Kleinen doch nicht verhungern lassen, " also gab es einen ganzen 

Frühstücksteller voll  Nassfutter. Der war natürlich innerhalb kürzester Zeit leer.

Fortan lehnte ich jedes Trockenfutter ab. Meine Futterumstellung dauerte genau einen Esslöffel lang.

Natürlich frass meine neue Freundin Bessi-Ly jetzt auch, denn sie wollte ja auch noch etwas abbekommen.

Bis ich 1/2 Jahr alt war, verlangte ich täglich 5 Frühstücksteller voll Nassfutter.

Ich frass und frass und frass und Mutti sagte: " Da kommt ja gar nichts ran ".

 


 

Die Kotplage

 

Ab sofort waren die Couch, Muttis Bett, der Flokati ( er war praktischerweise braun ) die Stellen, auf denen

ich mein grosses Geschäft verrichtete.Wir sind stundenlang durch den Wald gewandert, ich durfte ohne

Leine gehen, und tapfer habe ich den Wunsch unterdrückt, im Wald Pipi oder mein großes Geschäft zu

erledigen. Kaum war ich zu Hause, dann sprang ich auf die Couch, verrichtete mein Geschäft und suchte

die bekannten Stellen in der Wohnung auf, um Pipi zu machen.

Es hat lange gedauert, bis ich mich getraut habe, im Wald alle Geschäfte zu erledigen.

 


 

Der Badetag

 

Am nächsten Tag, es war ein Samstag, sollte ich gebadet werden. Zuerst wurde Bessi-Ly gebadet.

Das fand ich vielleicht spannend und ziemlich lustig, wie sie so wie eine nasse Ratte aussah.

Da konnte ich noch lachen. Dann kam ich dran. Mutti setzte mich in die Badewanne und ließ vorsichtig

Wasser über meinen Rücken laufen. Da bin ich aber durchgedreht, habe die Unterarme meiner Mutti

total zerkratzt, gezittert und mich ständig geschüttelt sowie mit meinen Füsschen gestrampelt.

Dann versuchte ich aus der Badewanne zu entkommen. Nach vielen Stunden, jedenfalls kam mir das so

lang vor, holte sie mich raus und setzte mich auf einen Hocker.Dann kam sie mit einem fürchterlich lauten

Gerät an, es war warm und pustete mich an.Vor lauter Panik sprang ich mit einem kühnen Sprung vom

Hocker, schüttelte mich ca. 20 mal hintereinander. Das Bad war jetzt wunderbar glitschig und Einfangen

fast nicht möglich.Vati guckte nur einmal kurz um die Ecke, er dachte wohl, es geschieht ein Massaker.

Aber er hielt sich mit Äusserungen zurück.Nun dachte ich, alles wäre vorbei. Aber es ging ja erst los.

Mein Unterfellchen war total verfilzt. Mutti begann vorsichtig die ersten 100 Knoten zu lösen, aber es

war aussichtslos, man sah keinen Erfolg.Und dann kam das Allerbeste. Ich hatte die ganze Zeit

meine Untermieter geheimgehalten. Auf meinem Milchlätzchen, Mutti nennt es so, spazierten kleine,

schwarze Tiere blitzschnell umher.Mutti nannte sie abfällig " Flöhe ".Samstagnachmittag, Apotheken

zu und das Mittel, welches Mutti zu Hause hatte, war nicht für Welpen geeignet.

Jedenfalls hat Mutti Wochen gebraucht, um Herr der Lage zu werden, so verfloht war ich.

 


 

Der erste Friseurbesuch

 

Verzweifelt versuchte Mutti nun einen Termin beim Hundefriseur zu bekommen. Wieder zitterte ich vor

Aufregung, als ich in die Halsschlinge kam. Mit viel Geduld, mit Spezialentfilzungsspray und mit einer

Spezialbürste wurde ich nun bearbeitet.Vor dem Friseurbesuch glich ich einem wildgewordenen

Handfeger, durch die Verknotungen sah ich ja aus wie aufgeplustert.Nach der Prozedur ähnelte ich einer

Ratte. Ich schämte mich für mein erbärmliches Aussehen, aber es half nichts, Bessi-Ly würde mich sicher

auslachen.Ab sofort bekamen wir beide täglich 1/2 Teelöffel Aloe vera Konzentrate Gel. zum trinken.

 


                        

Der erste Tierarztbesuch

 

Mir blieb aber auch gar nichts erspart. Mutti brachte mich zum Tierarzt. Da saßen ganz viele Hunde,

sie bellten, sie winselten und zitterten so wie ich auch.Dann untersuchte mich der Tierarzt und sagte:

" Der Hund hat nur einen Hoden und die Impfungen  sind nicht vollständig ".Mutti wollte das nicht glauben, 

wir waren ja vom Tierarzt untersucht und geimpft worden und es wurde gesagt, dass alle 3 Tiere gesund

seien.

 


 

Das Sägespäneproblem

 

Als ich dann in mein neues Zuhause zog, erkannte ich sofort, dass mir etwas Wesentliches fehlen würde.     

Sägespäne !!! 

Ich war es gewohnt, mir unter mein Popochen Sägespäne zu scharren.Aber es war ja erst Nachmittag

und meine neuen Eltern hatten noch Zeit. Abends fing ich dann an, sehr unruhig zu werden. Niemand

dachte daran, dass ich doch in meinem winzigen Hundehaus Sägespäne zu liegen hatte,die ich abends

so schön zusammenscharren konnte.

Abends machte mir meine neue Mutti dann ein ganz schön kuscheliges Bettchen zurecht.Ich bin dann auch

artig reingesprungen, aber sofort wieder rausgegangen, als ich alles durchgeschnüffelt hatte.

Es roch alles so eigenartig, jedenfalls nicht nach Sägespänen.Sie haben auch später nie daran gedacht,

Sägespäne zu streuen. Da mußte ich mir dann was einfallen lassen.Es dauerte Stunden, bis ich mir mein

Bettchen zusammengescharrt hatte, wichtig war, dass immer ein Haufen unter meinem Bauch liegen mußte.

Meine Mutti wollte dann schlafen, aber ich war nicht gewöhnt, in der Nacht zu schlafen. Im Tierheim blieb

ich immer lange wach, weil ich Angst hatte.Jedenfalls habe ich Mutti wochenlang nachts nicht schlafen lassen.

Ich bin aufgestanden, mit viel Schwung aufs Bett gesprungen, mit meinen Füßchen über Muttis Gesicht

getrampelt, auf Muttis Schulter mich gesetzt, Bessi-Ly wach gemacht, die dann knurrte.Dann bin ich an die

Tür gegangen, habe solange gekratzt und gescharrt, bis Mutti aufstand, mit mir rausging und dann habe

 ich auch noch keine Ruhe gegeben.Die Umstellung vom Nachtrhythmus auf die Tagesstruktur ist mir sehr

schwer gefallen.

 


                                                                                      

Die Baumwollflöckchen

 

Mutti ist eigentlich sehr ordentlich, aber sie hat ein Problem. Sie läßt gerne Tempos auf dem Stuhl oder

auf dem Sessel liegen.Die nehme ich mir dann, lege mich bequem auf den Flokati und zerpflücke sie in

winzige kleine " Baumwollflöckchen ".Daraufhin hat sich Mutti gebessert, und ich musste mir etwas Neues

ausdenken.Wenn Mutti jetzt am Tisch sitzt und ißt, dann stelle ich mich auf meine Hinterbeinchen und

entwende Mutti die Taschentücher aus ihrer Hosentasche.Vati schimpft dann immer Mutti aus, dass sie

wieder die Taschentücher hat rumliegen lassen, trotzdem Mutti immer ihre Unschuld beteuert. Dann

kamen sie mir auf die Schliche.Es passiert auch jetzt noch ab und zu, dass ich ein Taschentuch erwische.

Wenn Mutti dann so tut, als würde sie mich ausschimpfen, schmeiße ich mich

auf den Rücken, strampel mit meinen Füßchen und knabbere zärtlich Muttis Hand durch, wenn sie

versucht, die Flöckchen aus dem Flokati zu sammeln.

 


 

Die Ängstlichkeit

 

Als ich noch im Tierheim lebte, verbrachte ich mein Leben bei Wind, Sonne, Regen und Gewitter auf der

Wiese.Mutti meint: " Da hätte ich einen Knacks wegbekommen ". Nun bewohne ich eine schöne, grosse

Dachgeschosswohnung. Wenn es regnet, dann trommelt es auf die schrägen Fenster.

Mutti wurde einmal in der Nacht wach, weil sie meinte, wir hätten ein Erdbeben. Ich habe so gezittert, dass

das ganze Bett gewackelt hat. Es hat sehr lange gedauert, bis ich mir sicher war, dass mir in meiner neuen

Familie nichts passieren und meine Eltern auf mich aufpassen würden. Etwas Unsicherheit ist aber geblieben.

 


 

Die Ausreißversuche

 

Mit 3 1/2 Monaten habe ich ein neues Zuhause bekommen. Bei den Spaziergängen habe ich mich immer

an Bessi-Ly orientiert, bin keine 2 Meter von ihr entfernt gelaufen, trotzdem ich abgegurtet war.

Das änderte sich schlagartig, als ich meiner ersten läufigen Hündin begegnete. Ich machte kehrt und war

nicht mehr zu bremsen. Vati lief laut rufend hinter mir her, was aber nichts brachte.Meine Eltern haben sich

dann entschlossen abzuwarten. Wir befanden uns auf einem Waldweg.Meine Eltern stellten sich hinter

ein Gebüsch. Es dauerte gar nicht so lange, da merkte ich, dass mir keiner folgen würde.Ich kehrte um und

war so glücklich, wieder bei meiner Familie zu sein.Es wäre so schön spannend gewesen, wenn wir dieses

Spiel hätten öfter spielen können, also ich laufe weg und sie rennen schreiend hinter mir her.

Aber sie durchkreuzten meine Pläne. Auch heute bin ich noch Ausreißerkönig.

Sobald sich eine Fluchtmöglichkeit ergibt, bin ich weg.

 


 

Die Verhütung

 

Damit fing der Leidensweg von Bessi-Ly an. Mutti und Vati haben sich viel über die Verhütung unterhalten,

nachdem sie vom Tierarzt kamen. Sie entschlossen sich dann, zunächst Bessi-Ly die Antiläufigkeitsspritze

geben zu lassen.Dann hatte man Zeit, alles gründlich zu durchdenken. Die Spritze wurde dann gegeben,

Bessi-Ly wollte dann nicht mehr laufen, nicht mehr spielen und fand keinen Spass mehr am Leben und am

Fressen.Sie kümmerte vor sich hin, ließ sich zu nichts motivieren.Morgens schnüffelte sie voller Ekel an

den Körbchen herum, wir haben 8 in der Wohnung, und dann legte sie sich irgendwo auf dem Fussboden ab.

Mutti wusch und wusch und wusch ständig die Decken, aber Bessi-Ly wollte noch immer nichts von mir

wissen.Meine Eltern schoben das auf die Spritze. Später haben sie dann erfahren, dass Bessi-Ly an einer

Depression litt.Bis zu meinem Einzug war sie die Prinzessin, sie wurde geliebt, verwöhnt und alles drehte

sich nur um sie und ihr Wohlergehen. Und dann kam ich.

 


 

Erste Annäherungsversuche

 

1/4 Jahr nach meinem Einzug fing Bessi-Ly an, zusammen mit mir in einem Körbchen zu schlafen. Wir

frassen aus einem Napf.Langsam ließ sie sich von mir kleine Zärtlichkeiten und Frechheiten gefallen.

Ich leckte ihr Öhrchen aus, biss ihr zärtlich in das Bärtchen, drehte sie auf den Rücken und versuchte mit

ihr zu toben.Ganz langsam entspannte sich die Situation. Bessi-Ly gab immer durch Knurren zu verstehen,

wie weit ich gehen durfte. Sie war ganz klar Chefin, sie sagte, wie es lang gehen sollte.

Ich aber habe jeden Tag die Grenzen ausgelotet. Bessi-Ly tobte mit mir über die Wiesen, wir stritten uns

um Stöckchen im Wald, wir waren vergnügt und munter und von da an unzertrennlich.

Ich frass nichts, wenn Bessi-Ly noch schlief. Auch war es umgekehrt so, dass Bessi-Ly auf mich wartete.

Quietschte ich mal bei meiner täglichen Fellpflege, schaute Bessi-Ly  sofort Mutti aufmerksam ins Gesicht.

Bessi-Ly frass, Bessi-Ly erbrach nicht mehr. Wir alle waren zunächst glücklich und zufrieden. Bis der Tag

der 2. Antiläufigkeitsspritze kam.